Möchtegerne


„Sklavinnen“ im Netz
 
Hier möchte ich meine Erfahrungen wiedergeben, die ich im Laufe von fast 10 Jahren im Internet machte.
 
Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe diese Kontakte meistens genossen, wenngleich wir nur selten auf einer Wellenlänge waren. Das musste ja auch nicht sein, denn Hintergrund des Kontakts war nur in seltenen Fällen die Partnersuche. Devot ist halt nicht immer gleich devot, wie ich feststellen musste.
 
Ich sehe diese Kontakte allesamt als sehr wertvoll für mich an, denn nur durch sie konnte ich selbst genau definieren, was ich will und was nicht. Zu Beginn meiner Suche dachte ich, devot ist devot. Eine Frau, die sich als Sklavin versteht, handelt auch entsprechend. Eine Frau, die sagt, sie sei tabu- und willenlos, ist das auch. Aber halt, es ist bei weitem nicht so und wird letztlich dominiert vom devoten Part, nämlich der Frau. Sie sagt, was sie will und der Dom muss sich danach richten, ansonsten will sie nicht.
 
Ich kann mich erinnern an einen Kontakt zu einer Dame, die mir in ihrer ersten E-Mail versicherte, jegliche Demütigung ertragen zu wollen. Ich war nicht darauf aus, sie nun ständig zu demütigen, allerdings wollte ich schon sehen, wie weit man bei ihr gehen kann. Das ging genau drei E-Mails gut, ehe sie abbrach. Es wurde ihr zuviel. Daraus hatten wir beide gelernt: Ich insofern, dass Frauen, die so etwas suchen, sich nicht unbedingt bewusst sind, was das wirklich bedeuten kann und sie, dass man als Sklavin Dinge ertragen muss, die eben „hart“ oder härter“ sein können, als die Vorstellungskraft hergibt. Dabei fand ich es aus meiner Sicht gar nicht so dramatisch.
 
Eine weitere Dame machte erste devote Erfahrungen bei einem Paar und war nun auf der Suche nach einem Dom. Das war soweit okay, doch eines wollte sie absolut nicht: Sich ihre Fingernägel lackieren. Auch hier kam ich durch E-Mail recht schnell an ihren „Tabupunkt“. Hatte sie sich kurz vorher noch tabu- und willenlos gezeigt, so hatte sie bereits jetzt ihre Grenze erreicht.
 
Einen fast halbjährigen Kontakt führte ich mit einer Dame, die so ein bisschen ein Fake war. Fake deshalb, weil sie sich als 2 Sklavinnen ausgab. Meinen „Fake-Test“ wollte sie , obwohl er einfach war und für sie nur wenig Aufwand bedeutete, nicht über sich ergehen lassen. In Wort und Schrift absolut identisch, konnte man allerdings auch durch genaues Vergleichen der Formulierungen und Rechtschreibung schnell feststellen, dass hier nur eine einzige Person schrieb. Ausserdem war sie wie wild darauf aus, meine Erziehungsmethoden in allen Details niedergeschrieben zu erhalten. Das machte aber auch nichts, denn der Kontakt zu ihr (oder war es ein „er“?) war trotzdem sehr interessant und anregend. Sie beschrieb sich ebenfalls als völlig tabulos und nannte mir all die Dinge, die frühere Doms mit ihr angestellt hatten. Da das nicht jugendfrei ist, will ich auf eine Schilderung hier verzichten. Eigentlich machte sie, laut Schilderung, alles. Eine ständige Zeichnung durch Ringe allerdings lehnte sie ab und konnte sie sich nicht vorstellen. Das fand ich erstaunlich, angesichts der Dinge, die sie angeblich sonst so machte. Da waren ganz andere Dinge dabei, die einen Dom wirklich Freude gebracht hätten – wären sie denn wahr gewesen.
 
Mit einer jungen, angehenden Juristin entwickelte sich auch ein netter Kontakt. Sie gab offen zu, nicht tabu- und willenlos zu sein und nannte mir ihre Tabus. Das war okay, denn auch ich habe meine Tabus. Eine ständige Zeichnung als Sklavin sollte über ein blosses Fussband als Leder erfolgen. Das allerdings führte bei ihr zu Klagen, wie z. B. „Meine Strumpfhosen gehen aber kaputt dadurch“. Auch am Hals wollte sie kein solches Band tragen. Der würde manchmal rot daduch. Na ja, da wusste ich schon, das wir beide nicht zusammenfinden würden.
 
Zu guter Letzt will ich noch von einem Kontakt zu einer etwas älteren Dame berichten. Mit älter meine ich 36 Jahre alt. Sie machte tatsächlich den Eindruck, sehr devot und willenlos zu sein. Haare schwarz färben war für sie ebenso kein Problem, wie die besagten Ringe. Allerdings lebte sie in einer Lebensbeziehung. Der Partner wusste aber von ihren Neigungen und erlaubte es, als Sklavin auf Partnersuche zu gehen. Der Kontakt endete jedoch abrupt mit den Worten: „Es tut mir sehr leid, aber ich kann so nicht weiterleben. Es geht nicht. Alles Gute Dir“ Danach war der E-Mail-Account gelöscht, sie war nicht mehr erreichbar.
 
Diese Dame war offenbar hin- und hergerissen zwischen ihren Neigungen und ihrem „normalen“ Leben. Sie wusste nicht so recht, wohin sie tendieren sollte. Kurz bevor wir uns Treffen wollten, bekam sie offenbar Angst. Ich habe ihr das nie Übel genommen.
 
Und dann gab es noch diverse „Kurz-Korespondenzen“ mit Frauen, die Männer mit best-ausgestatteten Folterkellern suchten, oder sofort „Sklavenverträge“ sehen wollten oder ganz einfach nur einmal zu Silvester gefesselt werden wollten.
 
Ergeben hatten sich diese Kontakte alle über Kontaktanzeigen in Märkten wie Lustschmerz, Zart-Hart, SM-Hamburg, BDSM-Kontakte und Strafbuch. Bis vor wenigen Jahren waren die allesamt noch öffentlich zugänglich. Heute kann man sie nur noch mit Alterscheck erreichen.
 
Meine Erfahrungen mit solchen Kontaktanzeigen waren eigentlich stets positiv, wenngleich die echte Sklavin selten anzutreffen war. Es gibt jedoch massig viele Fakes! Meistens stellt sich innerhalb der ersten Schriftwechsel heraus, woran man da wirklich geraten ist.
 
Fakt ist: Die meisten Damen, die sich in den Anzeigenrubriken „Sie sucht Dom“ oder gar „Sklavin sucht“ oder Ähnliches tummeln, sind weder richtig devot, noch wirklich Sklavinnen. Manche haben sogar mit dem begriff „Sklavin“ arge Probleme und wollen so nicht bezeichnet werden. Höchstens als Bottom oder Sub. Oft sind es Leute, die in SM eine Moderichtung sehen und ausschliesslich dem Wunsch, einem Partner mal für eine bestimmte Zeit ausgeliefert zu sein, nachkommen wollen. Meines Erachtens wissen nur die wenigsten, was sie wirklich wollen und wozu sie wirklich bereit sein. Die „echte“ Sklavin ist in solchen Kontaktmärkten sicher auch zu finden, doch sollte der Top dieses durch Befragungen genau testen. Echte Sklavinnen gibt es nicht wie Sand am Meer und wer sie tatsächlich gefunden hat, möge sie hegen und pflegen ;-)
 
 
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